Arbeiten 2012

Malerei Figur

Malerei Landschaft

Baltic Sea

2012 stand Gatzemeier´s Jahr sozusagen im Zeichen der Landschaft. Das World Wide Web geht auch an den bildenden Künsten nicht spurlos vorüber. Als Landbewohner treibt den Maler von Zeit zu Zeit die Sehnsucht nach dem Meer um. Mit Hilfe der Webcam auf einem Warenmünder Hotel kann er jederzeit auf das Meer schauen und sieht dabei die Wechsel der Natur. So kam die Bilderserie „Baltic Sea“ zustande. Eher eine launige Idee als ein ausgeklügeltes Konzept.

Landschaften | Die R-Klasse

R-Klasse

Romantische Landschaften – die R-Klasse. Dieser Zyklus kleiner Landschaftsgemälde entstand nach einer Reise auf die karibischen Inseln. Dort entdeckte der Künstler handgemalte Werbeschilder. Sie erinnerten ihn an seinen Lehrberuf. Den eines Schrift- und Plakatmaler.

In der vordigitalen Zeit wurden Schriften, ja jegliche Werbung, von Hand ausgeführt.
Auf einigen der karibischen Inseln werden auch heute noch Schilder und Werbetafeln mit der Hand gemalt. Dies hat einen großen Reiz und regte den Künstler an Schrift in seinen Bildern zu verwenden.

 

MagrittePipeNicht nur in der mittelalterliche Malerei sind oft typografische Elemente zu finden, sondern auch in dem Werk der Dada- und Surrealisten. Einer der bekanntesten Protagonisten dieses Genres war Kurt Schwitters und Magrittes Bild „Leci n`est pas une Pipe“ ist zu einem Symbol des Surrealismus schlechthin geworden.
Die Verwendung von Schrift ist für Thomas Gatzemeier eine Brechung des Sujets der klassischen Landschaftsmalerei.

 

Das „R“ in „R-Klasse“ bezieht sich auf Romantik. Persifliert aber zugleich einen bekannten schwäbischen Produktnamen – die „R-Klasse“ von Mercedes-Benz.

Arbeiten auf Papier

Thomas Gatzemeier | Die Frau und der Frosch | 2012 |

Thomas Gatzemeier | Die Frau und der Frosch | 2012 | Mischtechnik auf Kontopapier | 48,2 x 65 cm

Seit den frühen 80er Jahren arbeitet Thomas Gatzemeier auf „gebrauchten“ Papieren. Aus der Not keine guten Papiere zu finden benutzte er Vorsatzblätter alter Bücher und alte Notenblätter aus Hadernpapier. Dieses ist im Gegensatz zum Cellulose-Papier haltbar und für die künstlerischen Techniken gut zu gebrauchen und haltbar.

Was in der Literatur die kleine Erzählung, ist im Werk von Gatzemeier die Arbeit auf Papier. Spielerisch werden Techniken verwendet. Obwohl die Umsetzung der Motive hingeworfen erscheint, sind die Blätter zum Teil außerordentlich akribisch gearbeitet. Bildelemente werden scheinbar willkürlich zusammengefügt und erhalten so eine neue Bedeutung.

Thomas Gatzemeier | Große Frau mit roter Kappe | 2012 |

Thomas Gatzemeier | Große Frau mit roter Kappe | 2012 | Mischtechnik auf Kontopapier | 48,5 x 33 cm

Literatur

Rezensionen und eine Leseprobe finden sie unter Soll und Haben Verlag.

Hinter Edgar Wünschel, dem attraktiven Mathematiker, sind die Frauen her, er will und kann keine von ihnen halten.  Er wird Aktienhändler, um nicht als Arbeitsloser zu enden. Eingebettet in eine burleske und teilweise grotesk anmutende Geschichte aus dem Bankmilieu wird beschrieben, wie es Wünschel als professionellem Börsenspieler wider Willen ergeht. Erst als er die wertlos gewordenen Hypothekenkredite der Dubliner Zweigstelle seiner Bank bewerten soll, wird ihm bewußt, daß das System, in dem er sich bewegt, auf Lug und Trug beruht.

Präzise und detailliert beschreibt der Roman, wie sich ein Spieler bewußt wird, was er treibt und trotzdem seinem Tun nicht entfliehen kann. Er sucht Ablenkung bei einer einfachen Frau, weiß nichts mit ihr anzufangen, hat aber den besten Sex seines Lebens mit ihr. Obwohl er spontan nach einer durchzechten Nacht von sich aus kündigt, handelt er eine riesige Abfindung heraus und setzt wieder alles auf eine Karte. Der Titel dieses Buches ist der letzte Satz aus Dostojewski’s »Spieler«: »Morgen, morgen wird alles zum guten Ende kommen!«

Atelier Pittlerstraße Leipzig