Malerei

Thomas Gatzemeier Le Ciel 2007
Thomas Gatzemeier | Le Ciel | 2007 | Öl auf Leinwand | 180 x 160 cm
Jacopo Pontormo | Gruppe der Toten | Entwurf | Kirche San Lorenzo in Florenz
Jacopo Pontormo | Studie für Sintflut | Kirche San Lorenzo in Florenz

Pontormo: Entwürfe für die Fresken in der Florentiner Basilika San Lorenzo

Leider sind lediglich einige, wenige Entwürfe zu dem Fresko von Jacopo Pontormo (1494–1557) in der Kirche San Lorenzo in Florenz erhalten. 1546 begann der Florentiner Künstler im Auftrag Cosimo de‘ Medici den Chor der Basilika auszumalen. Jedoch schaffte er es nicht, diese Arbeit bis zu seinem Tod im Januar 1557 zu vollendenAgnolo Bronzino (1503–1572), sein Schüler und Freund, führte die Restarbeiten an diesem umfangreichen Freskenzyklus aus. Dramatisch ist es, dass dieses Fresko wegen eines Umbaus der Kirche im Jahr 1742 zerstört wurde.
 
In einem antiquarisch erhältlichen Tagebuch des Pontormo sind, den Text begleitende, Kritzeleien zu sehen. Außerdem gibt es einige, wenige Entwürfe die diesem Tagebuch als Abbildungen beigefügt sind. Diese Entwürfe begeisterten mich derart, dass ich sie zum Ausgangspunkt einer Reihe von Gemälden verwendete. In früheren Jahren entstandenen in diesem Bezug Arbeiten, welche abstrahierender Natur waren. Diese fasste ich mit dem Übertitel „Körpergeflechte“ zusammen.
 
Im Jahr 2007, nach dem Abschluss des Altargemäldes in der Marienkirche Onolzheim, entstanden einige Gemälde in einer gegenständlichen, ja klassizistisch zu nennenden, Manier deren Ursprung direkt auf die Entwürfe von Pontormo zurückzuführen sind.

Wenn Künstler ein neues Ateliers beziehen, bleibt dies selten ohne Auswirkung auf ihre Arbeit.

Die Rückbesinnung auf den gegenständlich, fast naturalistisch, dargestellten Akt kumuliert in den Bildern „Le Ciel“ und dem Großformat „Jüngster Friede“. Was Mitte der 90er-Jahre mit den „Körpergeflechtbildern“ seinen Anfang nahm, und während der Arbeit an dem monumentalen Altarbild für die Marienkirche in Crailsheim – Onolzheim 2002 eine neue Dimension erreichte, wurde im neu bezogenen Leipziger Atelier in einer unverwechselbaren Art weitergeführt.

Ist das Altarbild „Auferstehung“ nicht nur aus Zeit, sondern auch aus technischen Gründen, prima ausgeführt unterziehe ich mich in den Bildern des Jahres 2007 den Exerzitien der klassischen Lasurmalerei.
Über diverse Studien gelangte ich zu einem Strichentwurf, welcher exakt auf die Leinwand übertragen und fixiert wurde. Nach dem Auftrag einer transparenten Imprimitur, die dem Bild in einer frühen Phase den gewünschten Farbcharakter verleiht, werden die Formen mit Temperafarbe in einer an die Grisaillemalerei erinnernden Art ausgeführt. Erst danach werden die transparenten Lasuren mit farbiger Ölfarbe aufgetragen.
 
Der Duktus der Zeichnung und die Kompositionen dieser mit nackten Leibern besiedelten, wirbelnden Gemälde haben einen starken Bezug zu den Malern der Hochrenaissance und insbesondere zu Pontormo dem Meister des Manierismus. Daneben entstehen zwei großformatige Interieurgemälde. Beckenrand und Studio.

Entwürfe

Thomas Gatzemeier Entwurf für Melange 2007
Thomas Gatzemeier | Entwurf für Melange | 2007 | Bleistift auf Papier | 103 x 117 cm
Thomas Gatzemeier Entwurf für 'Le Ciel' 2007 Bleistift auf Papier 96 x 107 cm
Thomas Gatzemeier | Entwurf für 'Le-Ciel' | 2007 | Bleistift auf Papier | 96 x 107 cm

Arbeiten auf Papier

Thomas Gatzemeier | Zwei Damen auf Aktie | 2007 |

Thomas Gatzemeier | Zwei Damen auf Aktie | 2007 | Tusche und Aquarell auf Aktie | 31,6 x 45 cm

Atelier Pittlerstrasse Leipzig

2007 fand ich in Leipzig mein Traumatelier.

Die Ehemaligen Pittler-Werke am nördlichen Stadtrand befanden sich im Besitz der Bundes – Immobilienverwaltung. Räume wurden unsaniert an Kleingewerbetreibende und auch Künstler vermietet.

Die Fabrik hatte den besonderen Charme der untergegangenen DDR und es roch nach Öl und Arbeiterschweiß. Ich mietete ca. 200 qm in einer sehr Maschinenhalle. Auf der gemieteten Fläche lies ich ein White-Box einbauen. Da die Halle dauerhaft unbenutzt war, konnte ich diese nach Belieben nutzen und meine Arbeiten installieren. Der Nachteil: Die Räume waren nicht zu heizen, also benutzte ich dieses Atelier als „Sommeratelier“ und arbeitete in den kalten Monaten in Karlsruhe.

Einen ausführlichen Bildbericht über diese leider nicht mehr zugängliche Fabrick finden sie unter: Der Fortschrittsglaube kennt keine Romantik.